Spielzeit 2018/2019

 

Dramaturg am ETA Hoffmann Theater Bamberg

Lehrauftrag an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

 

Als Autor:   

 

Das denkende Herz

Musiktheater nach den Tagebüchern Etty Hillesums (1941—1943)

Ein Autragswerk des Forum Theater

Unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Stuttgart 

  • URAUFFÜHRUNG am 20. Januar 2019

Schauspiel, Gesang               Lena Sutor-Wernich

Musik                                      Marco Bindelli, Lena      Sutor-Wernich

Text                                         Olivier Garofalo

Regie                                       Ingeborg Waldherr

Bühne und Kostüme              Silvio Motta

Dramaturgie                            Anna Katharina Setecki

 

„…wenn wir dem Chaos hier nicht Trotz bieten, durch etwas Strahlendes und Starkes, das irgendwo an einem ganz anderen Ort völlig von Neuem beginnt, dann sind wir verloren. Ich werde den Weg zu diesem Neuen, Strahlenden finden.“

 

Wie kann man Unmenschlichkeit und Hass begegnen? Was lässt sich ausrichten gegen die feindliche Stimmung in der Welt? Diese heute wieder aktuellen Fragen stellte sich die jüdische Niederländerin Etty Hillesum bereits 1941. Immer und immer wieder horcht die junge Frau in sich hinein und schreibt Tagebücher, in denen sie sich selbst und die Geschehnisse in ihrer Umgebung unter dem unerbittlichen Terror der Nationalsozialisten reflektiert. Trotz der unfassbaren Schrecken in dieser Zeit gelingt es ihr, den Sinn und die Schönheit des Lebens zu erkennen. Sie reift zu einer immer stärkeren Persönlichkeit und findet ihren ganz eigenen Zugang zum Göttlichen: „Ich ruhe in mir selbst. Und jenes Selbst, das Allertiefste und Allerreichste in mir, in dem ich ruhe, nenne ich Gott.“

All ihr existenzielles Suchen gipfelt in der Frage, wie man trotz dieser Umstände seine Würde bewahren, ja, sogar stärken kann. Ihre Antworten sind Mitgefühl, Mitmenschlichkeit und Liebe — selbst für die äußeren und inneren Feinde.

 

Mit nur 29 Jahren wurde Etty Hillesum im November 1943 in Auschwitz ermordet. Die in ihren letzten beiden Lebensjahren verfassten Tagebücher wurden erst in den 80er Jahren veröffentlicht; eine Auswahl davon erschien in deutscher Übersetzung als „Das denkende Herz“. Dies ist auch der Titel der neu entwickelten Musiktheater-Fassung für eine Sängerin und einen Musiker, die Hillesums direkte, leidenschaftliche Sprache aufgreift und ihre geistige und seelische Entwicklung in ein sinnlich erfahrbares Erlebnis transferiert.

 

PRESSE:

Frei nach den Tagebüchern der Esther Hillesum (1914–1943) erlebte das Publikum am Sonntagabend bei einer Uraufführung im Forum-Theater die Adaption ausgewählter Texte Hillesums in einem fordernden, anspruchsvollen Musiktheaterstück von beeindruckender künstlerischer Qualität. (...) Der Luxemburger Olivier Garofalo hat die umfangreichen Tagebuchaufzeichnungen, die 1981 unter dem Titel „Das zerstörte Leben“ in niederländischer und 1983 in Deutschland als „Das denkende Herz der Baracke“ in deutscher Sprache veröffentlicht wurden, sehr knapp gefasst. Erinnert wird an eine fast übermenschlich standhafte Frau.

(Stuttgarter Zeitung, Brigitte Jähnigen)

 

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REDE VOM THEATER

Poetikvorlesung zum Theater

 

»Das Theater als gesellschaftlicher Treffpunkt bietet das Potenzial eines Ortes des Austausches und der Integration. Integration meint hierbei nicht, dass Zugezogene die einheimische Sprache oder Werte kennenlernen, sondern dass eben auch Alteingesessene mit vermeintlich fremden Kulturen konfrontiert werden. Es scheint mir entsprechend notwendig, auf dieser Ebene eine Veränderung herbeizuführen. Dies betrifft natürlich auch die Öffnung der luxemburgischen Bühnen für nicht-luxemburgische Schau-spieler*innen.«

 

 »Das Theater ist aber auch ein sicherer Ort, an dem die Bedingungen und Möglichkeiten unseres Zusammenlebens erprobt und neue Utopien entwickelt werden können.«

 

»Was auf der Bühne verhandelt wird, welchen Themen sich ein Theater annimmt und mit welchen Diskursen man in eine Gesellschaft einwirken kann, obliegt letztendlich der Verantwortung der Theaterleitung. Für einen Luxemburger oder als in Luxemburg Arbeitenden scheint es nahezu eine Pflicht zu sein, sich den Fragen der Interkulturalität anzunehmen.«

 

https://shop.literaturarchiv.lu/fr/accueil/163-rede-vom-theater.html