Dschihad Online

Morton Rhue

Dschihad Online

Bearbeitung des Romans für die Bühne

 

Der 16-jährige Khalil scheint ein ganz normaler amerikanischer Jugendlicher zu sein. Er gehört zu den Besten in seiner Schule, ist bei seinen Mitschülern beliebt und flirtet im Internet mit Mädchen. Nur sein Name ist etwas außergewöhnlich. Khalils Eltern stammen aus Bosnien und flohen nach dem Massaker von Srebrenica in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Aufgrund seines Aussehens und seines muslimischen Glaubens wird er in letzter Zeit immer wieder mit fremdenfeindlichen Äußerungen konfrontiert. Nachdem seine Eltern wieder in ihre Heimat zurückgezogen sind, mangelt es ihm zudem an den finanziellen Mitteln, um mit seinen Freunden mitzuhalten. Als sein Bruder Amir wegen Ladendiebstahls von der Polizei ins Visier genommen wird und ihm die Ausweisung droht, geraten beide unter den Einfluss radikaler Islamisten. Sie werden mit Debatten über die amerikanische Einwanderungspolitik, die von den USA geführten Kriege und die Foltermethoden konfrontiert. Verwirrt von dem neuen Fanatismus seines Bruders, sucht Khalil im Internet nach Antworten und stößt auf gewalttätige Videos von islamistischen Hasspredigern. Schließlich beginnt auch er über den heuchlerischen Westen zu twittern und träumt von einer großen Tat, die ihm die Aufmerksamkeit der ganzen Welt garantiert.

 

Uraufführung am 2. März 2018, ETA Hoffmann Theater Bamberg

Regie: Alexander Ritter

Bühne und Kostüme: Kim Schröer

Dramaturgie: Victoria Weich

 

"Die Geschichte, die Rhue erzählt, ist ausufernd und komplex; Olivier Garofalo beschränkt sich in seiner deutschen Bearbeitung auf einen kleinen Ausschnitt, in dessen Mittelpunkt eben Khalil steht, der gar nicht so recht kapiert, was ihm angetan wird."

Theater heute/Bernd Noack

 

"Zugleich ist es ein Stück Aufklärung, was der Dramaturg Olivier Garofalo aus dem gleichnamigen Roman von Morton Rhue herausdramatisiert hat. (...) Garofalos Bühnenversion und Alexander Ritters Regie machen aus dieser Geschichte einen bewegten und zuletzt auch bewegenden Theaterabend."

Nürnberger Nachrichten/Christian Muggenthaler

 

"Erzählt wird die Geschichte ausschließlich aus der Binnenperspektive Khalils. Dies ist klug, weil es auch in der Psyche des homegrown terrorist eine objektivierende Instanz nicht gibt."

Fränkischer Tag/Christoph Hägele

 

 

Heimat ist kein Ort

Im Rahmen der Hausautorenschaft am Théâtre National du Luxembourg

 

 Susanne Ruprecht steht kurz vor der Vollendung ihres Lebenswerks. Bald soll das Friedrich-Hecker-Haus eröffnet werden, ein Heim für Wohnungslose, die durch explodierende Mietpreise aus der aufstrebenden Stadt gedrängt werden. Denn Baudezernent Karl Burger will sich mit dem radikalen Umbau der Stadt selbst ein Denkmal setzen. Modern soll sie sein, neue Investoren anlocken, ein Zentrum für erfolgreiche, dynamische Menschen werden. Schnell wird klar: Das Heim, in das Susanne als designierte Leiterin all ihr Herzblut steckt, dient nur als Feigenblatt. Es soll den Anschein wahren, die Stadt kümmere sich nicht bloß um das Kapital, sondern auch um diejenigen, denen der Bau des neuen Gewerbegebiets oder die Eröffnung der neuen Bank keinen Nutzen bringen wird.

 

Während Susanne in ihrer Arbeitswut blind und taub die Arbeiten am Wohnheim bis zur nahenden Eröffnung vorantreibt, kommen ihrem Partner, dem Journalisten Jonas Schmidt, immer mehr Zweifel: Hat das Wohnheim nicht viel zu wenig Kapazitäten für die vielen aus der Stadt verdrängten Bürger? Wer soll von dem Bau wirklich profitieren? Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem zynischen Baudezernenten Karl Burger? Und wer ist die mysteriöse Obdachlose Else, die kurz vor Eröffnung plötzlich im Wohnheim auftaucht?

Auch Susanne holen die Umstände ein: Burger schikaniert sie bei der Arbeit, wo er nur kann, will Kosten einsparen und die idealistische Susanne durch den scheinbar karrieristischen Makler Michel Weidenstrauch ersetzen. Dabei träumt dieser wie auch die anderen Figuren eigentlich nur von einem Zuhause, von Wurzeln, Familie – Heimat.

 

Uraufführung am 18. März 2017, Théâtre National du Luxembourg

Regie: Marion Poppenborg

Bühne: Christoph Rasche

Kostüme: Ulli Kremer 

 

"Les dialogues, incisifs, pointus, sont parsemés de plages de texte, une structure narrative originale, sous forme de bribes de paroles qui lèvent le voile sur le passé, les angoisses et la solitude des protagonistes. (...) Heimat ist kein Ort, un texte prometteur de l'auteur Olivier Garofalo."

Le Jeudi/Josée Zeimes

 

"Der junge Dramaturg und Dramatiker Olivier Garofalo ist momentan einer der am meisten beschäftigten Kunstschaffenden Luxemburgs. (...) Garofalo Stück zeigt ganz deutlich, dass das Schaffen von Wohnräumen meist nicht im Einklang mit unseren Lebenseinstellungen und Wünschen steht."

Tageblatt/Jeff Schinker

 

"Olivier Garofalo packt mit seinem neuen Stück ein heißes Eisen an. (...) Garofalos politisches Sendungsbewusstsein und sein Können als Dramaturg scheinen im Text immer wieder durch: Wenn er den Baudezernenten etwa in Sarkozy-Manier drohen lässt, notfalls eigenhändig zum Kärcher zu greifen und die Straßen aufzuräumen, entstehen jene Konnotationen, die die Relevanz des Stoffes ganz unmittelbar greifbar machen."

Luxemburger Wort/Kathrin Schug

 

vertreten durch Felix Bloch Erben

Oh du do uewen, deem seng Hand

Oedipus, Medea, Phedra, Theseus

Véier Eenakter vum Ian De Toffoli, Olivier Garofalo,

Nico Helminger a Jeff Schinker

 

Fir déi al Griiche war d’Erziele vun Heldegeschichten eng Art a Weis fräi an dichteresch ob der Welt ze liewen. Dës Geschichte léieren de Mënsch, seng Stärkten a Schwächten wouer ze huelen, a virun allem seng Limiten, déi hie vun de Götter ënnerscheeden. Duerch d’Erliewe vum Myth gëtt de Mënsch eréischt Mënsch. Besonnësch spannend schéngt déi bleiwend Aktualitéit vun deenen ale Mythen, déi duerch e Prozess vu jorhonnertelaanger Transformatioun, eis haut gläichzäiteg friem a vertraut schéngen. 

Well all Zäit hir eege Manéier huet, déi mënschlech Limiten ze vergiessen, brauch och all Zäit hir Erzielungen, fir eisem Gediechtnes ob d’Spréng ze hëllefen. Véier lëtzebuerger Schrëftsteller transposéieren, speziell fir dëse Projet, véier algriichesch Mythen an d’lëtzebuerger Sprooch an erlaben eis dës Erzielungen nei ze erliewen. 

 

 

Uropféierung den 3. Mäerz 2017,  Koproduktioun vum Kasemattentheater mam Escher Theater, dem Kinneksbond an dem CNL

 

Regie: Thierry Mousset

Dramaturgie: Claire Wagener

Bühn a Kostümer: Peggy Wurth

Beliichtung: Pavla Beranova

Video: Luboš Zbranek

 

"Es ist die kollektive Leistung der Autoren Olivier Garofalo, Ian De Toffoli, Nico Helminger und Jeff Schinker sowie des Teams um Regisseur Thierry Mousset, dass das Stück „Oh du do uewen, dem seng Hand“ eine solche Intensität erzeugt. (...) Etwa Olivier Garofalos Einakter über den Vatermörder. Ein Politiker hat – getragen von einer allgemeinen Aufbruchstimmung – die Gunst der Stunde genutzt und sich durch den Königsmord an die Macht geputscht. Doch vom Aufbruch ist nicht mehr viel geblieben. Es folgt Ernüchterung."

Luxemburger Wort/Pol Schock

 

"Die Spannung zwischen göttlicher Prophezeiung und Menschlichem wird auf Luxemburg gemünzt und als diejenige zwischen politischem Erbe und Freiheit gedeutet."

Lëtzebuerger Land/Anina Valle Thiele

 

"Dans Oedipus, Olivier Garofalo montre, à partir de l´emprise du passé, le conflit entre culpabilité et liberté d´action dans un contexte politique, une allusion lors des dernières législatives au Luxembourg: tenter de persévérer malgré les blâmes et oppositions."

Le Jeudi/Josée Zeimes

 

"Im Fokus steht König Ödipus, die Figur aus der griechischen Mythologie, die sich am meisten im Spannungsfeld zwischen göttlicher Prophezeiung und menschlichem Verstand bewegt.  (...) Es geht um den Gewissenskonflikt eines Regierungsmitglieds, um Verantwortung und um Schuldzuweisungen. Der relativ rasante Auftakt endet im Stillstand."

Lëtzebuerger Journal/Simone Molitor

Dead History

Ihr Anbieter für historische Stadtrundfahrten

 

Im Rahmen von UTOPOLIS. DAS ZUKUNFTSFESTIVAL an der Badischen Landesbühne

 

Sie wollten immer schon mal wissen, wie die Menschen im 21. Jahrhunderten lebten? Sie haben wenig Zeit und einen großen Wissensdurst? Sie möchten spontan einen Einblick in die dunkle Geschichte Bruchsals erhalten? Dann ist die historische Stadtrundfahrt genau das Richtige für Sie! Im nostalgischen Elektroauto wird die Rundfahrt durch Bruchsal zum Erlebnis. Egal ob alleine, romantisch zu zweit oder gemeinsam als Familie: Hier erleben Sie ein Stück lebendige Vergangenheit. Während der Fahrt erhalten Sie wissenswerte Informationen über das Leben im 21. Jahrhundert sowie über die damalige wie auch die gegenwärtige Nutzung verschiedener Räumlichkeiten. Nach dem Start beim ehemaligen Rathaus führt der Weg durch die Stadt. Ein Höhepunkt der Tour ist dabei unter anderem das Heimatmuseum und der rekonstruierte Bahnhof.

 

Sprecher: Philip Badi Blom, Stefanje Meyer, Laura Luise Kolbe

Text & Konzeption: Olivier Garofalo

Ausstattung: Ines Unser

Ton: Udo Schweikert

Es ist, was nicht war

Eine neue Schule, eine neue Klasse - es ist Zeit, sich den Mitschülern vorzustellen. Doch Isabelle möchte nicht von sich erzählen, sie möchte lieber von ihrer besten Freundin Elisabeth erzählen, die sie oft zum Spielen besuchte. Einen ihrer Besuche wird sie nie wieder vergessen, nämlich den Tag, an dem sie Zeugin wird, wie Elisabeths Vater wie so oft zu viel Alkohol trinkt und die Kontrolle über sich verliert. Isabelle erfährt, dass ihre Freundin ein Leben führt, bei dem sie immer wachsam sein muss, immer vorbereitet - eine gepackte Tasche mit allem Nötigen steht gepackt im Zimmer. Auch die Mutter hat eine gepackte Tasche bei sich. Für den Fall, dass es ganz schnell gehen muss. An dem Tag, an dem Isabelle bei Elisabeth ist, scheint eine solche Situation gekommen zu sein, doch ein überraschender Besuch verändert die Situation ...

 

Uraufführung am 18. September 2014, Badische Landesbühne Bruchsal

Klassenzimmerstück für Menschen ab 12 Jahren

Regie: Judtih Kriebel

Kostüme: Kerstin Oelker

 

Festivaleinladungen:

LiteraTour 2015 & 2016 in Luxemburg

22. Baden-Württembergischen Theatertagen in Heidelberg 2015

 

Obwohl die Premierenklasse Ausschnitte schon gesehen hatte, sind doch einige Überraschungen dabei, die während der 45 Minuten die Aufmerksamkeit der Schüler fesseln. Erst recht der Auftritt des Theaterpädagogen Mike gibt der Aufführung zunächst ein Irritationsmoment, spinnt aber als `Stück im Stück` den Faden konsequent weiter und bringt dem Thema häusliche Gewalt eine mehrschichtige, fast beängstigende Nähe.

Badische Neueste Nachrichten/Armin Herberger

 

vertreten durch Felix Bloch Erben

Danton! Tod?

Jahrelang brachte das System immer mehr Menschen an den Rand der Armut, während Machthaber Feste feierten; bis schließlich der Unmut des Volkes zur Revolution führte. Nach Jahren des Aufstandes droht nun das Land im Chaos zu versinken. Um es zu reorganisieren, möchte Robespierre an der Spitze einer neuen Regierung notfalls mit Gewalt für Ordnung sorgen. Danton andererseits ist der Meinung, dass keinesfalls wieder eine neue Macht etabliert werden darf. Das Volk soll lernen Verantwortung zu übernehmen, um sich selbst zu regieren. Wäre eine Revolution auch heute noch möglich, wie radikal darf der politische Widerstand sein, und wie kann ein Land neu organisiert werden?

 

 

Uraufführung am 21. September 2013, Badischen Landesbühne Bruchsal

Regie: Mehdi Moinzadeh

Ausstattung: Ines Unser

 

Von dem jungen Autor und Dramaturgen Olivier Garofalo wurde das Stück zu einem Konzentrat der elementaren Positionen und zugleich zur nachdrücklichen Frage nach deren brisanter heutigen Bedeutung. Die leidenschaftliche Auseinandersetzung um das gewaltige Thema „Revolution“ wurde markant aufgeteilt in knapp betitelte Kapitel, die dem Aufeinanderprallen der heillos gegensätzlichen Anschauungen Struktur gaben und dabei die Parallelen zu aktuellem Weltgeschehen noch deutlicher werden ließen.

Südkurier

 

So war das Mächtespiel bei „Danton! Tod?“ von Olivier Garofalo nach dem Drama von Georg Büchner äußerst spektakulär.

Südkurier/Angela Körner-Armbuster

 

"Warum werden wir erst wach, wenn es zu spät ist?" fragt Danton in der Adaption der Badischen Landesbühne. Olivier Garofalo (Text-Collage und Dramaturgie) und Mehdi Moinzadeh (Inszenierung) haben anhand des Originals sowie weiterer Zitate aus dem Mund von Revolutionären eine schlanke Neuinterpretation verfasst. Anfängliches Befremden, insbesondere über die skandierende Sprache, weicht beim Publikum innerhalb von 80 spannungsreichen Minuten einhelliger Begeisterung. Fazit: Absolut sehenswert.
Stimme Heilbronn/Leonore Welzin

 

Der junge luxemburgische Dramatiker Olivier Garofalo ist mit seinen 29 Jahren sieben Jahre älter als Georg Büchner, als der mit 22 Jahren "Dantons Tod" schrieb. Büchners Drama ist eine harte Befragung des revolutionären Prozesses in Frankreich von 1793/94; Garofalo seinerseits befragt Büchner vor aktuellem Hintergrund. (...) Garofalo hat Büchners Drama auf seinen Kern reduziert: auf die Verhandlungen über die Revolution, die sich von bloßen Diskussionen schließlich in eine Anklage mit tödlichem Ausgang verwandeln.
Rhein-Neckar-Zeitung/Dorothee Roos

 

Aber der Originaltext von Büchner lässt diesen Freiraum zu – eine Deutung, die die Inszenierung ans Licht bringt. In erweiternden Textanalogien an die Gegenwart (heutige Arbeitsmarktsituation, Schere zwischen Arm und Reich, weltweite Krisensituationen) macht der Autor Garofalo deutlich, wie brisant das Stück auch heute noch ist, für dessen Grundgedanken Büchner 1835 nach Straßburg fliehen musste. In dieser Inszenierung hätte der Dichter sicherlich sein Anliegen wiedergefunden.

Schwarzwälder-Bote

 

Insgesamt ist das von Olivier Garofalo gut entwickelte Drama spannend und zeigt auch dem Menschen von heute glaubhaft, dass das Nachdenken über Freiheit für jeden Einzelnen sehr wichtig ist. Und dass es ganz verschiedene Wege gibt, sicher auch die Freiheit des Andersdenkenden.
Bruchsaler Woche

 

Olivier Garofalo hat das Drama im Stile eines "Poetry Slam" regelrecht ausgebeint und als rhythmisiertes Spiel für drei Akteure in Szene gesetzt. Die drei liefern eine durchaus anerkennenswerte Vorstellung ab, überzeugen mit Sprachgewalt, einer kraftvollen, von einer komplexen Choreographie geprägten Bühnenpräsenz. Es wird klar, die Revolution frisst ihre Kinder auf und verliert ihre Unschuld wenn Macht und Ordnung wichtiger werden als die Freiheit.

Lahrer Zeitung/Jürgen Haberer

 

Die Neuausrichtung unter dem ebenfalls neuen Titel „Danton! Tod?“ setzt neue interessante Akzente. Neu ist vor allem die inhaltliche Ausrichtung. Büchners Pessimismus wird mit einer gehörigen Portion Hoffnung angereichert. Die Revolution im Allgemeinen, ob klein oder groß, darf sich vielleicht doch Hoffnung auf ein Happy-End machen...

Rhein-Neckar-Zeitung/Joachim Casel

 

Die historische Figur Danton, samt französischer Revolutionsgeschichte, ist live auf Sendung. Und ein spannendes, intensives Theatererlebnis beginnt. Die dichter werdende Beklemmung zog, nach anfänglich spürbarer Befremdung im Saal, mehr und mehr in den Bann. Danton lebte in den 80 Minuten dieser Inszenierung. Und das verdankte er nicht nur Georg Büchner. Das junge Bruchsaler Team hat die Zeitreise plausibel gemacht. Es war ein spannender Abend.

Waiblinger Kreiszeitung/Ursula Quast

 

In der nun in Bruchsal uraufgeführten Fassung „Danton! Tod?“ greift Olivier Garofalo die Thematik aus aktueller Perspektive auf. Menschen begehren gegen Ungerechtigkeit und Willkür auf. Aber was kommt dann? Nach ein paar oberflächlichen Bezügen auf Sparpolitik, Angst um Arbeitsplatz und Einkommen setzt Garofalo dem Fatalismus der Geschichte eine klare Aussage entgegen: „Es ist an mir, mich zu entscheiden.“ Das Ende des Stücks birgt die Möglichkeit eines neuen Anfangs – wiederum heißt es: „Wie es anfangen könnte …“

Bruchsaler Rundschau/Sibylle Orgeldinger

 

vertreten durch Hartmann & Stauffacher

 

Um die Welt in 80 Tagen

Der englische Gentleman Phileas Fogg wettet, dass es ihm gelingen wird, in 80 Tagen um die Welt zu reisen – eine Idee, für die er nur Gelächter erntet. Fogg ist auch wirklich kein geborener Abenteurer. Der Mann aus reichem Hause, der sein Leben lang noch nicht arbeiten musste, hat noch nie seine Heimat verlassen. Sein Alltag besteht aus Zeitunglesen, durch Parks spazieren und in einem Herren-Club Karten spielen. Sein Lebensinhalt beschränkt sich auf Ordnung und Pünktlichkeit und die Person, die ihm am nächsten ist, ist er selbst. Zusammen mit seinem französischen Diener Passepartout begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise, bei der er auf die unterschiedlichsten Menschen trifft, und die seine Sichtweise auf die Welt bedeutend verändern wird.

 

Premiere am 3. Mai 2013, Badische Landesbühne Bruchsal

Regie: Joerg Bitterich

Bühnenbild: Ines Unser

Kostüme: Kerstin Oelker

 

An der Badischen Landesbühne hat Dramaturg Olivier Garofalo den bekannten Roman von Jules Verne in eine kompakte Szenenfolge gefasst, welche die Faszination fremder Kulturen auch im Zeitalter von Düsenjets und virtuellen Welten vermittelt.

Badische Neueste Nachrichten/Sibylle Orgeldinger

 

vertreten durch Hartmann & Stauffacher

Die Todesnacht in Stammheim

Am Morgen des 18. Oktober 1977 um 8.53 Uhr meldete die dpa: „baader und ensslin haben selbstmord begangen.“ Die Todesumstände schienen, noch bevor die Ermittlungen aufgenommen wurden, festzustehen. Doch wie konnten Anwälte Waffen und Sprengstoff in das „sicherste Gefängnis der Welt“ schmuggeln? Wie hätten die Gefangenen ein funktionierendes

Kommunikationssystem aufbauen können? Waren die Waffen- und Sprengstoffverstecke so möglich wie dargestellt? Warum wurde der exakte Todeszeitpunkt nicht festgestellt? Wieso sind die Ermittlungsakten unvollständig? Und letztendlich: Warum werden diese Fragen nicht endgültig geklärt?


Nach jahrelanger Recherche aller zugänglicher Materialien und Auswertung neuer, da erstmals freigegebener Dokumente, sowie mit Hilfe praktischer Versuchsaufbauten veröffentlichte Helge Lehmann 2012 seine Untersuchung Die Todesnacht in Stammheim. Olivier Garofalo entwickelte aus dieser Vorlage ein Theaterstück und stellt unbequeme Fragen: Warum sind auch Jahrzehnte nach den Ereignissen wesentliche amtliche Aktenbestände zu diesem Komplex „aus Gründen der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland“ weiterhin Staatsgeheimnisse? Und wie wirken sich die damaligen Strukturen auch gegenwärtig noch aus?

 

Uraufführung am 27. September 2012, Badische Landesbühne Bruchsal

Regie/Bühnenbild: Olivier Garofalo

Kostüme: Kerstin Oelker

Toncollage: Helge Lehmann

 

Immer aber geht es um die Nacht vor 35 Jahren im Hochsicherheitstrakt Stammheim am 18. Oktober 1977, an deren Ende Baader und Ensslin tot sind. Raspe stirbt wenig später. Möller überlebt als einzige, Schnell wird die Mitteilung herausgegeben, dass Baader und Ensslin Selbstmord begangen hätten. Doch was ist tatsächlich passiert? Bildung für alle? Freiheit von Menschen, die selbst nicht frei sind? Überwachung per Chips auf em Personalausweis, Flugdatenspeicherung - es wird ein düsteres Bild der Gesellschaft entworfen, die auch nach 35 Jahren nach der Todesnacht, die den Schlusspunkt des "Deustschen Herbstes" setzt und den Tod des entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer zur Folge hat. Nicht weiß oder nicht preisgeben will, was tatsächlich passiert ist. Es gehe darum, wie der Mensch heute Position in der Gesellschaft beziehe, wo er wegschaut, wo er hinschaut.

Badische Neueste Nachrichten Bretten/Susanne Roth

 

Die Inszenierung von Olivier Garofalo holt aus dem minimalen Bühnenbild und dem oft protokollarisch anmutenden Text ein Maximum an Wirkung heraus. Dabei ist es gerade der Wechsel zwischen dem geschäftsmäßigem Aufzählen der Widersprüche und dem Eintauchen in äußerste Emotionalität, die das Stück für die Schauspieler zu einer Tour de force werden lässt. Herausragend war hierbei Sandra Pohl, die sich rücksichtslos auf ihre fordernde Rolle einließ. Die Inszenierung hatte nichts versöhnliches und bezog zu Stammheim eindeutig Stellung. Sehenswert.

Badische Neueste Nachrichten/Jens Wehn

 

 http://www.welt.de/newsticker/news3/article109429508/Die-Todesnacht-in-Stammheim-stellt-unbequeme-Fragen.html

Die Fassbinder. Ein Volksstück

In unserer individualistischen Gesellschaft hat sich eine Gruppe von sechs Menschen in einem stillgelegten, renovierungsbedürftigen Laden zusammengefunden. Sie möchten entweder dem langweiligen Alltag der Rente, der Arbeitslosigkeit oder dem Berufsstress entkommen. Alle wollen sie etwas verändern, und am allerliebsten die Welt. Nur haben sie sich nicht geeinigt, wie sie das machen wollen. Was für den einen die Existenzgründung als Fassbinder ist, ist für den anderen ein Kunstakt.

"Die Fassbinder" von Olivier Garofalo, ein Auftragswerk des Theaters Trier, ist vor dem Hintergrund des 65. Geburtstags Rainer Werner Fassbinders entstanden. Zum Ende der "stand.ort.suche.deutschland" verarbeitet das Stück Fassbinders Leben und Werk und schlägt durch den Fokus auf die heutige Gesellschaft eine Brücke zur Gegenwart. Kapitalismus, Liberalismus, Kleinstadt, Sex, Gewalt und Drogen.

Uraufführung am 7. Juli 2010, Theater Trier
Regie: Judith Kriebel

 

Nicht Fassbinder selbst, wohl aber seine Kernthemen sind omnipräsent: Ausgrenzung, auch durch Homosexualität, Anti-Konformismus, das Verdrängen des Dritten Reiches. Zwar wird die Kritik an Gewinnoptimierung und Egoismus klar formuliert, doch es bleiben viele Fragen für die Zuschauer offen.

Trierischer Volksfreund/Ursula Quickert

sweetdreams

Voller Gegensätze präsentiert sich hier eine europäische Metropole, welche von vielen geschätzt, von vielen unterschätzt wird. Zweifelsohne, sie ist schön, diese Stadt - aufregend auf den zweiten Blick, wenn man ihre kleinen Geheimnisse entdeckt und sich ihrer Legenden und Sagen erinnert; langweilig nur, wenn man sich seinen Vorurteilen hingibt. Sweet Dreams! möchte an dieser Fassade kratzen und zeigen, was wirklich dahinter steckt. Das Stück zeichnet ein imaginäres, subjektives Bild der Stadt - kritisch, parodistisch, verzaubernd und ernüchternd zugleich.

 

Uraufführung: 2. Juli 2009, grandthéâtre du Luxembourg

 

Künstlerische Leitung:

Choreografie: Gianfranco Celestino

Text: Olivier Garofalo

Kostüme: Isabelle Dickes

Musik: Emre Sevindik

Bühne: Do Demuth

Licht: Lutz Deppe

Video: Jean-Paul Frenay

  

Koproduktion mit Trois C-L - Centre de Création Chorégraphie Luxembourgeois, Grand Théâtre de Luxembourg

 

Träume und Albträume. Wenn Gianfranco Celestino sich auf die Macht solcher Bilder verlässt, hat sein Tanz-Theater die stärksten Momente. Man spürt Authentizität, Zorn, ein kraftvolles Sich-Reiben an der Stadt. Es packt einen wenn die Schauspielerin Nora Koenig der drogenabhängigen Prostituierten aus dem Bahnhofsviertel Gesicht und Stimme gibt. Wenn oben auf der Brücke der smarte Teil der Stadt Partys feiert und unten der einsame Verlierer verzweifelt auf den Wohlstandsexpress aufzuspringen versucht. Das Tänzer-Quartett setzt Celestinos raues, unkonventionelles Bewegungsrepertoire engagiert und überzeugend um. Und die Musik von Emre Sevindik liefert dafür eine vielfältige Grundlage.

Trierischer Volksfreund

 

Bissig und ironisch.

Le Quotidien