Am Ende des Tages

Auftragswerk für das Rheinische Landestheater Neuss

 

Irgendwo im Nirgendwo in einem abgeschiedenen Landhaus, nicht allzu lang nach der großen Flut, deren Folgen unsere Gesellschaft offenbar ziemlich durcheinandergerüttelt hat: Hier empfängt TV-Moderatorin Lilith Rosen den Schlachthofbetreiber Norbert Leuchten, die Bürgermeisterin Susanne Müller und als Highlight die Ikone der neuen Barmherzigkeitsbewegung Andrea Julius zur Aufzeichnung einer Talk-Runde. Die Hitzigkeit der Debatte ist vorprogrammiert, denn sie alle versprechen sich von diesem Abend Vorteile für ihre Belange, sei es die eigene Karriere oder die Überzeugung der Menschen an den Bildschirmen für die gute Sache. Und während sich die Protagonisten verbal warmlaufen, erste Angriffe gestartet, erste Überzeugungen verraten und erste Allianzen geschmiedet werden, übersehen die vier den immer stärker werdenden Regen vor der Tür und überhören den immer lauter brüllenden Chor der Verunsicherten. Der näher kommt. Wer kann sich Ihm entgegenstellen? Wer ist am Ende des Tages bereit, Barmherzigkeit zu üben?

 

Uraufführung am 12. März 2022, Rheinisches Landestheater Neuss

Inszenierung: Boris C. Motzki

Bühne und Kostüme: Miriam Busch

 

vertreten durch Felix Bloch Erben