danton! tod?

Jahrelang brachte das System immer mehr Menschen an den Rand der Armut, während Machthaber Feste feierten; bis schließlich der Unmut des Volkes zur Revolution führte. Nach Jahren des Aufstandes droht nun das Land im Chaos zu versinken. Um es zu reorganisieren, möchte Robespierre an der Spitze einer neuen Regierung notfalls mit Gewalt für Ordnung sorgen. Danton andererseits ist der Meinung, dass keinesfalls wieder eine neue Macht etabliert werden darf. Das Volk soll lernen Verantwortung zu übernehmen, um sich selbst zu regieren. Wäre eine Revolution auch heute noch möglich, wie radikal darf der politische Widerstand sein, und wie kann ein Land neu organisiert werden?

 

 

Uraufführung am 21. September 2013, Badischen Landesbühne Bruchsal

Regie: Mehdi Moinzadeh

Ausstattung: Ines Unser

 

Von dem jungen Autor und Dramaturgen Olivier Garofalo wurde das Stück zu einem Konzentrat der elementaren Positionen und zugleich zur nachdrücklichen Frage nach deren brisanter heutigen Bedeutung. Die leidenschaftliche Auseinandersetzung um das gewaltige Thema „Revolution“ wurde markant aufgeteilt in knapp betitelte Kapitel, die dem Aufeinanderprallen der heillos gegensätzlichen Anschauungen Struktur gaben und dabei die Parallelen zu aktuellem Weltgeschehen noch deutlicher werden ließen.

Südkurier

 

So war das Mächtespiel bei „Danton! Tod?“ von Olivier Garofalo nach dem Drama von Georg Büchner äußerst spektakulär.

Südkurier/Angela Körner-Armbuster


"Warum werden wir erst wach, wenn es zu spät ist?" fragt Danton in der Adaption der Badischen Landesbühne. Olivier Garofalo (Text-Collage und Dramaturgie) und Mehdi Moinzadeh (Inszenierung) haben anhand des Originals sowie weiterer Zitate aus dem Mund von Revolutionären eine schlanke Neuinterpretation verfasst. Anfängliches Befremden, insbesondere über die skandierende Sprache, weicht beim Publikum innerhalb von 80 spannungsreichen Minuten einhelliger Begeisterung. Fazit: Absolut sehenswert.
Stimme Heilbronn/Leonore Welzin

 

Der junge luxemburgische Dramatiker Olivier Garofalo ist mit seinen 29 Jahren sieben Jahre älter als Georg Büchner, als der mit 22 Jahren "Dantons Tod" schrieb. Büchners Drama ist eine harte Befragung des revolutionären Prozesses in Frankreich von 1793/94; Garofalo seinerseits befragt Büchner vor aktuellem Hintergrund. (...) Garofalo hat Büchners Drama auf seinen Kern reduziert: auf die Verhandlungen über die Revolution, die sich von bloßen Diskussionen schließlich in eine Anklage mit tödlichem Ausgang verwandeln.
Rhein-Neckar-Zeitung/Dorothee Roos

 

Aber der Originaltext von Büchner lässt diesen Freiraum zu – eine Deutung, die die Inszenierung ans Licht bringt. In erweiternden Textanalogien an die Gegenwart (heutige Arbeitsmarktsituation, Schere zwischen Arm und Reich, weltweite Krisensituationen) macht der Autor Garofalo deutlich, wie brisant das Stück auch heute noch ist, für dessen Grundgedanken Büchner 1835 nach Straßburg fliehen musste. In dieser Inszenierung hätte der Dichter sicherlich sein Anliegen wiedergefunden.

Schwarzwälder-Bote

 

Insgesamt ist das von Olivier Garofalo gut entwickelte Drama spannend und zeigt auch dem Menschen von heute glaubhaft, dass das Nachdenken über Freiheit für jeden Einzelnen sehr wichtig ist. Und dass es ganz verschiedene Wege gibt, sicher auch die Freiheit des Andersdenkenden.
Bruchsaler Woche

 

Olivier Garofalo hat das Drama im Stile eines "Poetry Slam" regelrecht ausgebeint und als rhythmisiertes Spiel für drei Akteure in Szene gesetzt. Die drei liefern eine durchaus anerkennenswerte Vorstellung ab, überzeugen mit Sprachgewalt, einer kraftvollen, von einer komplexen Choreographie geprägten Bühnenpräsenz. Es wird klar, die Revolution frisst ihre Kinder auf und verliert ihre Unschuld wenn Macht und Ordnung wichtiger werden als die Freiheit.

Lahrer Zeitung/Jürgen Haberer

 

Die Neuausrichtung unter dem ebenfalls neuen Titel „Danton! Tod?“ setzt neue interessante Akzente. Neu ist vor allem die inhaltliche Ausrichtung. Büchners Pessimismus wird mit einer gehörigen Portion Hoffnung angereichert. Die Revolution im Allgemeinen, ob klein oder groß, darf sich vielleicht doch Hoffnung auf ein Happy-End machen...

Rhein-Neckar-Zeitung/Joachim Casel

 

Die historische Figur Danton, samt französischer Revolutionsgeschichte, ist live auf Sendung. Und ein spannendes, intensives Theatererlebnis beginnt. Die dichter werdende Beklemmung zog, nach anfänglich spürbarer Befremdung im Saal, mehr und mehr in den Bann. Danton lebte in den 80 Minuten dieser Inszenierung. Und das verdankte er nicht nur Georg Büchner. Das junge Bruchsaler Team hat die Zeitreise plausibel gemacht. Es war ein spannender Abend.

Waiblinger Kreiszeitung/Ursula Quast

 

In der nun in Bruchsal uraufgeführten Fassung „Danton! Tod?“ greift Olivier Garofalo die Thematik aus aktueller Perspektive auf. Menschen begehren gegen Ungerechtigkeit und Willkür auf. Aber was kommt dann? Nach ein paar oberflächlichen Bezügen auf Sparpolitik, Angst um Arbeitsplatz und Einkommen setzt Garofalo dem Fatalismus der Geschichte eine klare Aussage entgegen: „Es ist an mir, mich zu entscheiden.“ Das Ende des Stücks birgt die Möglichkeit eines neuen Anfangs – wiederum heißt es: „Wie es anfangen könnte …“

Bruchsaler Rundschau/Sibylle Orgeldinger

 

vertreten durch Hartmann & Stauffacher