die fassbinder

In unserer individualistischen Gesellschaft hat sich eine Gruppe von sechs Menschen in einem stillgelegten, renovierungsbedürftigen Laden zusammengefunden. Sie möchten entweder dem langweiligen Alltag der Rente, der Arbeitslosigkeit oder dem Berufsstress entkommen. Alle wollen sie etwas verändern, und am allerliebsten die Welt. Nur haben sie sich nicht geeinigt, wie sie das machen wollen. Was für den einen die Existenzgründung als Fassbinder ist, ist für den anderen ein Kunstakt.

"Die Fassbinder" von Olivier Garofalo, ein Auftragswerk des Theaters Trier, ist vor dem Hintergrund des 65. Geburtstags Rainer Werner Fassbinders entstanden. Zum Ende der "stand.ort.suche.deutschland" verarbeitet das Stück Fassbinders Leben und Werk und schlägt durch den Fokus auf die heutige Gesellschaft eine Brücke zur Gegenwart. Kapitalismus, Liberalismus, Kleinstadt, Sex, Gewalt und Drogen.

Uraufführung am 7. Juli 2010, Theater Trier
Regie: Judith Kriebel

 

Nicht Fassbinder selbst, wohl aber seine Kernthemen sind omnipräsent: Ausgrenzung, auch durch Homosexualität, Anti-Konformismus, das Verdrängen des Dritten Reiches. Zwar wird die Kritik an Gewinnoptimierung und Egoismus klar formuliert, doch es bleiben viele Fragen für die Zuschauer offen.

Trierischer Volksfreund/Ursula Quickert